DER Kommentar – aktuell

Updates und Ergänzungen

DER Kommentar wird ca. dreimal pro Jahr aktualisiert, sodass Sie immer auf dem neuesten Stand sind.

Das aktuelle Update (Stand 132. Lieferung) bringt wichtige Aktualisierungen und wertvolle Ergänzungen aus beiden Bereichen der zahnmedizinischen Versorgung.

Im BEMA-Teil des „Liebold/Raff/Wissing“ werden die neuen, ab dem 1. Januar 2022 geltende Positionen im BEMA und ihre Auswirkungen behandelt. Sie erhalten grundlegende Informationen zu den folgenden Leistungen:

  • Aktualisierung elektronischer Medikationsplan
  • Aktualisierung Notfalldatensatz
  • Aktualisierung einer elektronischen Patientenakte

Darüber hinaus behandeln wir den Komplex „Versorgung mit Unterkieferprotrusionsschienen“ mit allen Auswirkungen auf andere Leistungen im BEMA in dieser Lieferung. Seit dem 1. Januar 2022 gelten die folgenden neuen Positionen:

  • UP1 (Untersuchung zur Versorgung mit einer Unterkieferprotrusionsschiene einschließlich Beratung)
  • UP2 (Abformung und dreidimensionale Registrierung der Startprotrusionsposition)
  • UP3 (Eingliedern einer Unterkieferprotrusionsschiene)
  • UP4 (Nachadaption des Protrusionsgrads)
  • UP5 a – c (Kontrollbehandlung)
  • UP6 a – e (Maßnahmen zum Wiederherstellen der Funktion oder zur Erweiterung einer Unterkieferprotrusionsschiene)

In den nächsten Updates werden wir die Ausführungen zur Abrechnung dieser Leistungen weiter konkretisieren. 

Im Bereich der GOZ enthält dieses Update wichtige und wertvolle Ergänzungen zu praktisch allen Bereichen der privaten Zahnheilkunde:


1. Neue Urteile und deren Kommentierungen

Die Kommentierung zum Paragrafenteil der GOZ wurde überarbeitet. Dabei sind etliche neue, teilweise höchstrichterliche Urteile eingearbeitet worden, so z. B.

  • in § 1 GOZ zur Unbrauchbarkeit einer zahnärztlichen Leistung,
  • in § 2 GOZ zum 7-fachen Steigerungsfaktor,
  • in § 4 GOZ zu den BVerwG-Urteilen die KFO betreffend („Retainerurteil“ und „6100- und 2197-Urteil“),
  • in § 5 GOZ zur nachträglichen Änderung der Ausübung des Ermessens bei Abschlagszahlungen in der KFO,
  • in § 9 GOZ zur Materialkostenberechnung und Gewinnerzielung im Eigenlabor.

Doch etwas Verwunderung löst aus, dass die antibakterielle und parodontalprophylaktische Lackierung mit Chlorhexidinlack verwaltungsrechtlich als zahnschmelzhärtende Fluoridierung angesehen wird. Darüber hinaus wurden neue Urteile zur Berechnung von Restaurationen mit Kompositmaterial gleichzeitig mit der adhäsiven Befestigung nach der GOZ-Nr. 2197 und zur Analogberechnung der dentinadhäsiven Rekonstruktion in Mehrschichttechnik aufgenommen.

Außerdem haben wir für Sie angesichts des Jahreswechsels im Bereich der sonstigen Kostenträger die geänderten aktuellen Gebühren für 2022 bei der Versorgung der Unfallverletzten und Berufserkrankten mit Zahnersatz und Zahnkronen aufgenommen.


2. Zahnerhaltung

In diesen Bereich haben wir neu aufgenommen

  • einen Systemvergleich zwischen BEMA und GOZ im Jahr 2021 bei der GOZ-Nr. 2180,
     
  • Konsequenzen der Berechnung der GOZ-Nr. 2197 (adhäsive Befestigung) einmal je Maßnahme,
     
  • die Berechnung der Erneuerung eines Kompositverschlusses einer verschraubten Implantatkrone sowie
     
  • die neue Sichtweise der Berechnung von Teilleistungen bei Inlays, gegossenen Stiftaufbauten und Aufbissbehelfen durch das Beratungsforum aus BZÄK, Beihilfe und PKV.

3. Die optisch-elektronische Abformung nach der GOZ-Nr. 0065

ist noch einmal überarbeitet worden, jetzt aktuell erweitert um die Berechnungen von Intraoralscans zur Planung in der Kieferorthopädie.


4. Chirurgie und Parodontologie

Insbesondere Nutzern des Kommentares, die nicht eigene Erfahrungen in chirurgischen Bereichen haben, fehlt oft ein Bild von der beschriebenen chirurgischen Leistung. Deshalb haben wir uns bemüht, mit aussagekräftigen Bildern z. B. zur Hemisektion, zur Wurzelamputation, zur Vestibulumplastik, zur Tuberplastik und zur Schleimhautlappenplastik den jeweiligen Sachverhalt zu verdeutlichen.

Dies gilt auch für die operative Parodontologie. Hier gibt es nun klinische Bilder zur Gingivoplastik, zur Lappen-OP, zum Auffüllen von parodontalen Knochendefekten, zum Einbringen von Emdogain®, zu den lateralen Verschiebelappen, zum freien Schleimhauttransplantat, zur freien und gestielten Bindegewebstransplantation, zur Osteoplastik, zur chirurgischen Kronenverlängerung, zur Tunnelierungs-OP und zum Einbringen von Membranen bei der Periimplantitistherapie.

Als notwendig erschienen uns zusätzliche Anmerkungen zur aufwendigen Explantation enossaler Implantate durch Osteotomie.

In der Parodontologie waren außerdem Anpassungen im Bereich „Vereinbarung mit GKV-Versicherten“ an die neuen BEMA-Nummern in der GKV-PAR-Therapiestrecke nötig.


5. Kieferorthopädie

Viel getan hat sich in der Kieferorthopädie: Hier wurde die Kommentierung ergänzt im Bereich des Heil- und Kostenplanes (GOZ-Nr. 0040), bei der Modellanalyse (GOZ-Nr. 6010 in toto neu), bei den sogenannten Kernpositionen nach den GOZ-Nrn. 6030 bis 6080 und bei der Eingliederung von Klebebrackets nach der GOZ-Nr. 6100. Die Ausführungen zur Lingualtechnik und deren medizinischer Notwendigkeit (so z. B. neu Landgericht (LG) Düsseldorf vom 30.01.2018, Az.: 23 U 87/17) wurden erweitert, ebenso die immer wiederkehrende Frage nach den besonderen Maßnahmen nach der GOZ-Nr. 2030 vor dem Eingliedern von Bändern, jetzt negativ neu bewertet im Beihilferecht Nordrhein-Westfalen (OVG NRW vom 27.04.2021, Az.: 1 A 1594/18).

Die Urteile des BVerwG (Az.: 5 C 11.19 vom 05.03.2021 und Az.: 5 C 7.19 vom 26.02.2021) stellen selbstverständlich einen Schwerpunkt der KFO-Kommentierung an verschiedenen Stellen dar, so z. B. beim Kleberetainer (bei der GOZ-Nr. 6140) und bei den Klebebrackets (GOZ-Nr. 6100) bzw. der adhäsiven Befestigung (GOZ-Nr. 2197).


6. Funktionsanalyse und -therapie

An die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse der Funktionsanalyse und -therapie angepasst ist die Kommentierung der systematischen subtraktiven Maßnahmen nach der GOZ-Nr. 8100. Ebenfalls fortgeschrieben haben wir die Kommentierung zum CMD-Screening als mittlerweile etablierte Analogposition.

Außerdem haben wir die Berechnung der bimaxillären Unterkiefer-Protrusionsschiene an den Beschluss des Beratungsforums (BZÄK, PKV, Beihilfe) angepasst und diesen in Relation gesetzt zu den neuen BEMA-Nummern zur Unterkieferprotrusionsschiene (UP1 bis UP6).


7. Analogleistungen

Weitere Analogien wurden neu aufgenommen und inhaltlich umfangreich kommentiert:

  • die Analgosedierung,
     
  • die antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT), bei der das Augenmerk auf deren aktuelle wissenschaftliche Anerkennung gerichtet wurde (inkl. Literaturangaben),
     
  • die virtuelle Implantation und Augmentation,
     
  • „GalvoSurge®“ wurde als neues vielversprechendes Verfahren in der Periimplantitistherapie in deren Kommentierung aufgenommen.

8. GOÄ

Den Bereich der GOÄ-Schnellübersichten ergänzen wir um weitere Bemessungsfaktoren bei den Beratungen und um die Frage der Berechnung der Zweitbefundung von Fremdröntgenaufnahmen.